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Frauenberatungsstelle

Die Beratungsstelle für häusliche und sexualisierte Gewalt bietet Frauen, die von diesen Gewaltarten betroffen sind, Leistungen in Form von Beratung, Prävention, Krisenintervention sowie auch Unterstützung.

Kontakt

Tel.: 0621 32 18 177
Frauenberatungsstelle@DRK-Mannheim.de

DRK-KV Mannheim e.V.
Frauenberatungsstelle
Obere Hauptstraße 12
68766 Hockenheim

Was bedeutet häusliche und sexualisierte Gewalt?

Es handelt sich um häusliche Gewalt, wenn eine Person durch das Ausüben von Gewalt oder Gewaltandrohung oder durch wiederholtes Belästigen oder Auflauern einer anderen Person in ihrer körperlichen, psychischen oder sexuellen Integrität verletzt oder gefährdet wird. Hierbei ist es unbedeutend, ob es sich um eine bestehende, aufgelöste, familiäre oder partnerschaftliche Beziehung handelt.

Sexualisierte Gewalt beinhaltet jede Form von Sexualität gegen den Willen einer Person, wobei es nicht von Wichtigkeit ist, ob aktiv oder passiv. Hierzu zählt jede Nötigung zu sexuellen Handlungen ebenso wie Erniedrigung bis hin zur Vergewaltigung.

Laut den Statistiken des Bundeskriminalamtes (BKA) ist ersichtlich, dass 2018 140 755 Personen Opfer von partnerschaftlicher Gewalt wurden. 2019 stieg die Anzahl auf 141 792 Opfer. Betrachtet man das Jahr 2020, so weist dieses 148 031 Opfer partnerschaftlicher Gewalt auf. Dies ist eine Steigerung von 4.4% im Vergleich zum Vorjahr. Insgesamt erfasste das BKA in diesem Jahr 813 270 Opfer von Gewalt. Betrachtet man die 148 031 Opfer partnerschaftlicher Gewalt von 2020, so wurden 61.6%, also 91 212 Menschen Opfer von einer vorsätzlichen einfachen Körperverletzung. Gefolgt von Bedrohung, Stalking und Nötigung, was einen Prozentsatz von 22.3%, nämlich 33 022 Personen ausmacht. 12.2 %, also insgesamt 18 097 Personen, waren Opfer einer gefährlichen Körperverletzung und 2.3%, insgesamt 1 759 Personen, waren Opfer einer Vergewaltigung, einer sexuellen Nötigung oder einem sexuellen Übergriff. Der kleinste Prozentsatz mit 0.3% war Mord und Totschlag.

Was tun bei:

Dickpic

Was ist ein Dickpic?
Bei einem Dickpic handelt es sich um ein unaufgefordertes zugesendetes Foto eines männlichen meist erigierten Geschlechtsteils.

Wie sieht es strafrechtlich aus?
Grundsätzlich ist das Versenden von unaufgeforderten Dickpics strafbar, denn es gilt als Verbreiten von pornografischem Inhalt. Sendet man ein Dickpic, kann man mit Geldstrafen oder Freiheitsstrafen bis zu einem Jahr rechnen. Fühlt sich das Opfer durch das Bild traumatisiert, kann Schmerzensgeld eingefordert werden.

Wie ist die Realität?
Jedoch ist es in der Realität so, dass viele Verfahren wegen zu weniger Beweise eingestellt werden. Leider kann die Polizei nicht viel unternehmen, wenn man ein Dickpic von einer unbekannten Person erhält. Man würde Anzeige gegen Unbekannt stellen und das Verfahren würde in den meisten Fällen schnell wieder eingestellt werden.

Was kann ich dagegen unternehmen?
Erhält man mehrere Bilder von derselben Person rät die Polizei:

  • Beweise sichern
  • Person blockieren
  • Anzeige erstatten
  • Chatverläufe, E-Mail, Telefonnummer sichern (falls vorhanden)

Catcalling

Was ist Catcalling?
Catcalling bezeichnet anzügliches Hinterherrufen sowie auch Pfeifen gegenüber einer Person in der Öffentlichkeit und stellt eine Form von verbaler sexualisierter Belästigung dar.

Wen betrifft es?
Es kann jeden treffen. Egal welches Geschlecht, egal welche Nationalität, egal welches Alter und egal welche Klamotten man trägt.

Was sind die Folgen?

  • Viele verspüren Angst (dass man verfolgt wird)
  • Viele wollen abends nicht mehr alleine laufen
  • Viele fühlen sich eingeschränkt in ihrer Kleiderwahl
  • Viele müssen Umwege laufen

Wie wehre ich mich dagegen?

  • Person/Personen ignorieren und schnell weglaufen
  • Person ansprechen, dass man dies nicht möchte

Wichtig! Man sollte die Person nur konfrontieren, wenn man sicher ist, dass keine Gefahr von der Person ausgeht und sie einem gegenüber nicht gewalttätig wird.

Ist Catcalling strafbar?
Bislang ist das Catcalling in Deutschland nicht strafbar, denn für Catcalling gibt es keinen geeigneten Tatbestand. Jedoch ist es möglich, die Person für Beleidigung, Nachstellung oder auch Nötigung anzuzeigen, sofern man dies erlebt hat.


Spiking

Was ist Spiking?
Spiking ist die unaufgeforderte, heimliche Verabreichung von betäubenden Substanzen mit Spritzen.

Wo kann Spiking stattfinden?
Überall. Bei Weihnachtsmärkten, Oktoberfesten, Kerwen, auf Partys, Konzerten, im Stadion.

Was tun, wenn ich betroffen bin?

  • Jemanden Bescheid geben
  • Einstichstelle suchen
  • Selbst den Rettungsdienst rufen oder Bescheid geben
  • Arzt aufsuchen, Beweise sichern
  • Tests durchführen (Urin, HIV etc.)
  • Anzeige erstatten

Was tun, wenn ein/e Freund/in betroffen ist?

  • Jemanden Beschied geben
  • Freund/in nicht alleine lassen
  • Rettungsdienst anrufen

Tipps:

  • In kleinen Gruppen losgehen, hier ist die Gefahr geringer, dass man sich verliert
  • Standort teilen
  • Gruppen bilden beim Nachhauseweg und niemanden alleine gehen lassen
  • Auf Mitmenschen achten

Stalking

Was ist Stalking?
Unter Stalking versteht man wiederholtes widerrechtliches Verfolgen, Nachstellen, penetrantes Belästigen und Terrorisieren einer Person gegen ihren Willen.

Wissenswertes zu Stalking
Stalking lässt sich oft schwer abgrenzen, da vor allem bei einem längeren Zeitraum mehrere Tathandlungen erfolgen. Stalking kann jedem widerfahren, egal welches Alters, welcher Beruf oder auch welche Nationalität. 
Der Großteil der Stalker sind ehemalige Beziehungspartner, aber auch Freunde, Arbeitskollegen, Familienmitglieder oder Bekannte. In den wenigsten Fällen ist die stalkende Person völlig unbekannt.

Was tun bei Stalking?

  • Bei akuter Bedrohung 110 anrufen
  • Situation ernst nehmen und Anzeige erstatten
  • Wenn man von Stalker verletzt wurde, unbedingt ein Arzt aufsuchen
  • Alle Anrufe, Nachrichten oder Briefe dokumentieren und damit zur Polizei gehen
  • Falls Stalking am Arbeitsplatz  an Vertrauensperson wenden