Ein ungewohntes Bild in der Fahrzeughalle der DRK-Quartiers Weinheim West. Dort wo üblicherweise dichtgedrängt Fahrzeuge des Rettungsdienstes, des Ortsvereins und des Bevölkerungsschutzes Baden-Württemberg stehen, hatte man Platz gemacht und einen feierlichen Rahmen geschaffen. Anlass dafür war die Indienststellung eines neuen Fahrzeugs, welches die Einsatzfähigkeit des DRK-Ortsvereins Weinheim wesentlich verbessert und erweitert.
Das vorhandene Bereitschaftsfahrzeug aus dem Jahr 1999, welches Kapazitäten für den Material- und Personentransport bereitstellt, muss altersbedingt außer Dienst gestellt werden. Es wäre naheliegend gewesen, dieses durch ein ähnliches Fahrzeugt zu ersetzen, das wiederum als Mannschaftswagen und zum Materialtransport genutzt werden kann. Aufgrund gestiegener Mengen an erforderlichem Material sowie aktueller Sicherheitsanforderungen beim Transport, wäre dieser Spagat heute kaum noch zu leisten gewesen. Die Fusion mit dem vormals selbständigen Ortsverein Lützelsachen, Hohensachsen und Ritschweier hat zudem die Chance eröffnet, den dort vorhandenen Mannschaftswagen nun im gesamten Stadtgebiet von Weinheim zu nutzen. Zudem wird in Kürze ein Mannschaftswagen des Bevölkerungsschutzes Baden-Württemberg dem DRK Weinheim zur Verfügung gestellt, so dass hinreichend Kapazitäten für den Transport von Personal vorhanden sind. Hierdurch war der Weg frei, an ein eigenständiges Logistikfahrzeug zu denken, das genau auf die Bedarfe des Ortsvereins zugeschnitten ist.
Dieses wurde nun in der Mitte der Fahrzeughalle den Gästen präsentiert. Das Fahrzeug mit 3,5t Gesamtgewicht und dem Funkrufnamen Rotkreuz Weinheim 59 konnte mit Hilfe von Eigenmitteln und Spenden Weinheimer Unternehmen beschafft, ausgebaut und mit weitgehend vorhandenen Materialien und Geräten beladen werden. Für das Trägerfahrzeug und den Ausbau waren 90.000 Euro erforderlich. Der Vorsitzende des Ortsvereins, Prof. Dr. Rudolf Large, begrüßte deshalb zunächst die anwesenden Spenderinnen und Spender Andrea Schwenk (Schilling Bedachungen GmbH) und Jan Kluge (Fahrschule Jan Kluge). Weitere Spenden gingen von der Freudenberg Gruppe, der Kanzlei Meyer in Lützelsachsen und der K.-H. Weidler GmbH ein. Trotz dieser wertvollen Unterstützung musste der Ortsverein erhebliche Eigenmittel zuschießen, die in nicht unwesentlicher Höhe durch eine Erbschaft zur Verfügung standen. Er bedankte sich deshalb auch ausdrücklich posthum bei den beiden Erblassern.
Wohl auch in Richtung der anwesenden Stadträtinnen Katrin Rauschenbusch und Elisabeth Kramer betonte Large nicht ohne Stolz: „Wir konnten damit einen wichtigen Baustein in die Sicherheitsstruktur unserer Stadt einfügen, ohne die kommunalen Kassen zu belasten.“ Denn auch für den laufenden Betrieb beansprucht der Ortsverein Weinheim keinerlei Unterstützung der Stadt, sondern finanziert sich durch die Zuwendungen der etwa 1400 Fördermitglieder, durch Einzelspenden und durch eigene Aktivitäten.
Im Anschluss stellte Bereitschaftsleiter Kevin Stiller das Fahrzeug den Gästen aus Politik und Gesellschaft sowie den zahlreich erschienen Vertretern der umliegenden Ortsvereine Laudenbach, Hirschberg und Heddesheim sowie der Feuerwehr vor. Durch die permanente Verladung des Materials kann das DRK die Arbeitsabläufe vereinfachen und die Bereitstellungszeit im Einsatzfall deutlich reduzieren. „Wir sind damit in der Lage, auf neue Herausforderungen zu reagieren, die sich einem Ortsverein in einer großen Kreisstadt heute stellen“ führte Stiller aus. Damit sprach er nicht nur mehrtägige Sanitätswachdienste in Weinheim und Umgebung an, sondern auch die wachsenden Aufgaben im Katastrophen- und Zivilschutz. Auch in der neuen Einsatzgruppe der Bereitschaft, die der Ortsverein jüngst gegründet hat, wird das Fahrzeug eine zentrale Rolle spielen.
Text: Prof. Dr. R. Large, Vorsitzender DRK-OV Weinheim

