Grenzüberschreitende Zusammenarbeit - Kreisverband Mannheim e.V.
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Grenzüberschreitende Zusammenarbeit

v. l.: Jennifer Matthäus, Pierre Weiss, Jürgen Wiesbeck, Alexander Heß, Thierry Weishaupt, Sándor Mohácsi, Rudolf Large.

Delegation des Französischen Roten Kreuzes aus dem Département Bas-Rhin zu Gast beim DRK-Kreisverband Mannheim

Die Idee entstand bei einem Familienausflug nach Haguenau. Schon oft war für Präsidiumsmitglied Prof. Dr. Rudolf Large die elsässische Stadt Ziel einer Tagestour gewesen. Doch erstmals kam er zufällig bei der Unterkunft der französischen Rotkreuzkameraden vorbei. „Warum nicht auch Haguenau?“ fragte er sich. Angeregt zu dieser Frage haben ihn sicherlich die überaus positiven Erfahrungen, die er als Weinheimer Ortsvereinsvorsitzender in der Zusammenarbeit mit dem Italienischen Roten Kreuz sammeln konnte. Bereits seit 2024 unterhält sein Ortsverein Beziehungen zum Italienischen Roten Kreuz in der Weinheimer Partnerstadt Imola, die von großer Herzlichkeit geprägt sind.

Ein Wohltätigkeitsessen der Unité locale des Französischen Roten Kreuzes in Haguenau bot sich für die Kontaktaufnahme an. Large meldete sich an, fand Platz am Tisch der Kameradinnen und Kameraden aus Bischwiller und kam dort mit dem Präsidenten des Croix-Rouge im Departement Bas-Rhin, Thierry Weishaupt, ins Gespräch. Ebenso entwickelte sich ein reger Austausch mit Pierre Weiss, dem Präsidenten des CRF von Haguenau. Schnell war man sich einig, dass dieser erste Kontakt nicht der letzte sein sollte.

Large informiere das Präsidium und die Geschäftsführung des Kreisverbands sowie die Landesbereitschaftsleitung über den entstandenen Kontakt und das Interesse der französischen Kameraden. Denn als Gesprächspartner für das CRF im Département Bas-Rhin kam nur eine größere Einheit des DRK in Frage. Nach intensiven schriftlichen Kontakten im Vorfeld fand nun der erste Besuch von Weishaupt und Weiss in Mannheim statt. Kreisgeschäftsführer Dr. Sándor Mohácsi, der Stellvertretende Kreisgeschäftsführer Alexander Heß, Präsidiumsmitglied Rudolf Large, Kreisbereitschaftsleiterin und Landesdirektorin Jennifer Matthäus und der Landesdirektor der Bereitschaften Jürgen Wiesbeck empfingen am Mittwoch, den 22. Juli die französische Delegation zunächst in der Mannheimer Geschäftsstelle des DRK in der Hafenstraße.

Waren die Gespräche zu Beginn noch vom gegenseitigen Kennenlernen der jeweiligen Strukturen geprägt, wurde schnell deutlich, dass Kooperationen auf unterschiedlichen Ebenen möglich und sinnvoll sind. Nach einhelliger Meinung soll der regelmäßige und intensive Kontakt zwischen Deutschen und Franzosen im Mittelpunkt stehen. Pierre Weiss brachte es auf den Punkt: „Ausgangspunkt für alles ist unsere Freundschaft.“ Large möchte deshalb seinem Ortsvereinsvorstand eine Partnerschaft zwischen dem Roten Kreuz in Haguenau und seinem Ortsverein vorschlagen, die eine Vorbildfunktion für andere Ortsvereine des Kreisverbands Mannheim haben könnte.

Neben dem direkten Austausch zwischen Einheiten auf lokaler Ebene wurde die Notwendigkeit grenzüberschreitender Zusammenarbeit der elsässischen und badischen Rotkreuzler bei größeren Notfällen offenbar. „Ausgedehnte Schadenfälle in der Chemieindustrie oder Pandemien kennen keine Grenzen“, erklärte Thierry Weishaupt. Die Kooperation im Katastrophenschutz berührt jedoch die Aufgabenfelder staatlicher Stellen in Frankreich und Deutschland, weshalb Wiesbeck und Matthäus die Aufgabe übernahmen, dieses überregionale Anliegen in den Landesverband zu tragen. Das Treffen wurde nicht nur für intensive Gespräche, sondern auch zur Vorstellung der vielfältigen Arbeitsfelder des Kreisverbands genutzt. In Mannheim konnte der neue Tafelladen des Roten Kreuzes im Jungbusch besichtigt werden. Auch in Frankreich gibt es mit den „épiceries solidaire“ vergleichbare Einrichtungen.

Danach stand die Besichtigung der Einrichtungen des DRK im Quartier West in Weinheim auf dem Programm. Die hauptamtlichen Leiter der Rettungswache, des Hausnotrufs und der Tagespflege gaben Einblick in ihre Arbeit. Dabei wurden Ähnlichkeiten aber auch Unterschiede zur Situation in Frankreich deutlich. So gibt es stark abweichende Strukturen im Rettungsdienst. Im Gegensatz zu Deutschland ist zudem in Frankreich der Anteil hauptamtlicher Mitarbeiter deutlich geringer. Auch aus diesem Grund sind manche der hier üblichen Leistungen dort nicht umsetzbar. Sehr ähnlich sind dagegen die Strukturen im ehrenamtlichen Sanitätswachdienst. Large zeigte sich optimistisch: „Die Atmosphäre war sehr herzlich und kameradschaftlich. Ich bin davon überzeugt, dass wir in Zukunft auf unterschiedlichen Ebenen eng zusammenarbeiten werden.“ Das nächste Arbeitstreffen ist nach der Sommerpause in Strasbourg geplant.

Text ©: Prof. Dr. R. Large, Mitglied des Präsidiums im DRK-Kreisverband Mannheim e.V.