Wo guter Rat kostenlos ist - Kreisverband Mannheim e.V.
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Wo guter Rat kostenlos ist

Wohnberater am Balkonlift
Wohnberater testet Hublift am Balkon

Mehr Sicherheit zuhause Dank DRK-Wohnberatung

Stellen Sie sich vor, Sie wachen auf und spüren Ihre Beine nicht mehr. Sie bleiben liegen und warten bis es besser wird, aber das Gefühl kommt nicht zurück. Im Gegenteil. Auch das Gefühl in den Händen und Armen weicht und am nächsten Tag sind Sie vollständig gelähmt. Auch sprechen können Sie nicht mehr. Der absolute Horror, nicht wahr? 

Diesen Albtraum hat Walter Grießmer vor fünf Jahren wirklich erlebt. Am Abend machte er mit seiner Frau noch einen Spaziergang und am nächsten Tag ging nichts mehr. Er leidet unter dem Guillain-Barré-Syndrom, kurz GBS, eine schwere Autoimmunerkrankung, die das periphere Nervensystem schädigt. Ausgelöst wurde die Erkrankung vermutlich durch eine Impfung, die er tags zuvor bekommen hatte. 

Das Leben ist auf den Kopf gestellt 

Für Walter, damals 64 Jahre alt, und seine Frau Gertrud beginnt eine Zeit des Chaos. Elf Monate Krankenhausaufenthalt, zehn Monate Reha, ein Jahr Pflegeheim, ein Jahr Altersheim. Neben der seelischen Belastung für das Paar durch die plötzliche Krankheit, sieht sich Gertrud mit dem Dschungel des Deutschen Gesundheitssystem konfrontiert. „Keiner fühlt sich zuständig“, meint sie. „Ich weiß nicht, wie oft ich erst einmal 20 Minuten unsere Geschichte erzählen musste, bevor ich überhaupt zur Sache kommen konnte. Es war sehr mühsam. Ich weiß nicht, wie das jemand schaffen soll, der schon älter ist.“  Hilflosigkeit, Wut, lange Autofahrten, ewige Telefonate mit Ärzten, Kassen und Apotheken bestimmen ihren Alltag.

Hoffnung

Dann endlich. Nach drei Jahren geht es Walter etwas besser. Der Wunsch wächst, wieder nach Hause kommen zu können. Aber wie soll das gehen? Walter sitzt jetzt im Rollstuhl und kann weder allein essen und trinken, geschweige denn sich waschen und auf die Toilette gehen. Die eigene Wohnung befindet sich zwar im Erdgeschoss, dennoch müssen Stufen überwunden werden, um in die Wohnung zu gelangen. Tragen kann Gertrud ihren Mann wohl kaum. 

An diesem Punkt kam vor einem Jahr unser Wohnberater Marcus Dannfeld ins Spiel. Gertrud hatte ihn empfohlen bekommen und er schaute sich ihre Wohnung an. Er gab Tipps wie man die Wohnung barrierefrei gestalten könnte, welche Unterstützungsleistungen es dafür gibt und an welche Stellen sich Getrud wenden kann. „Herr Dannfeld war einer der wenigen Personen, die mir wirklich weitergeholfen haben.“, sagt Gertrud. 

Heute 

Walter wohnt wieder zuhause. Dank täglichem Training kann er wieder sprechen, sogar kurz mit Abstützen stehen. Und der neuste Erfolg: mit einer speziellen Flasche allein trinken! Es geht also bergauf. Die Wohnung verfügt nun über einen Hub-Lift am Balkon über diesen er in die Wohnung hinein und aus der Wohnung herauskommen kann. Außerdem gibt es eine Umsetzhilfe im Bad, die ihm beim Duschen und Toilettengang Halt gibt. Auch ein spezielles Pflegebett entlastet Gertrud, wenn Walter morgens aufsteht. Dank ihrer Kreativität kann Walter auch über einen Schlauch im Bett trinken. Zu kaufen gibt es eine solche Vorrichtung nicht. Auch nutzt Walter morgens einen speziellen Badzimmerstuhl, den man notfalls über die nun erhöhte Toilette schieben kann. Viele Hilfsmittel, die notwendig sind, damit Gertrud und Walter das Leben zuhause bewältigen können. „Jeder Tag, an dem ich weg war, war für mich ein verlorener Tag“, sagt Walter. „Jetzt kann ich wieder am Leben teilhaben“.